Technischer Vergleichskampf

Idee

Die Idee des Vergleichskampfes ist das Ergebnis einer Vielzahl von Lehrgängen, Jungendleiteraus- und Fortbildungen sowie vieler Prüfungen.

Uns wurde deutlich, dass in unseren Verbänden und Vereinen keine Kultur des Vergleichens gelebt wird. In den meisten Sportarten ist es ganz normal, dass man sich am Ende einer Trainingseinheit oder am Wochenende mit anderen misst und den Vergleichswettbewerb sucht. Egal ob dies ein Spiel am Ende einer Trainingseinheit, ein Wettbewerb auf Zeit oder einfach ein Vergleich bezüglich der besseren Technikdemonstration ist. Der Vergleich gibt jedem ein Feedback, ob man durch das Training besser geworden ist. Er motiviert noch intensiver zu trainieren, steigert den Ehrgeiz und macht natürlich auch sehr viel Spaß.

Gerade Kinder wollen sich diesem Wettbewerb stellen. Wie bei anderen Sportarten auch, ist es der Wettbewerb der die Kinder zum Mitmachen auffordert und den Ehrgeiz weckt. Wer ist der Beste? Habe ich mich verbessert und wie weit ist mein Können im Vergleich zu den anderen?
Nur all zu oft wird man als Trainer von Kindern oder auch den Erwachsenen nach einer Prüfung nach der Leistung und dem Gesamtergebnis gefragt

Aus diesen Erfahrungen und Eindrücken entwickelte sich die Idee des Vergleichskampfes. Ein Konzept, wie wir das Vergleichen von Wissen und Können auf eine einfache Art und Weise in unsere Sportart Ju-Jutsu integrieren können.

Wie funktioniert der Vergleichskampf

Der Vergleichskampf sollte als absolut flexibles System verstanden werden und die Regeln sollen und können so jeder Zeit der Zielgruppe entsprechende variiert werden.

Der Ablauf eines technischen Vergleichskampfes ist denkbar einfach. Es treten jeweils zwei Teams à 2 Personen gegeneinander an. Jedes Team zeigt mindestens zwei Technikkombination, von denen jeder mindestens eine verteidigen muss.

Das Kampfgericht muss entscheiden, welches Team die Techniken besser demonstriert hat.

Dies Bedeutet, dass das Kampfgericht wie bei einer Prüfung darauf achtet, welches Team die Technik und deren Prinzip verstanden hat und besser zeigt. Dabei können natürlich auch weitere Prüfungskriterien zur Bewertung hinzugenommen werden (Technikkombination, Vielfältigkeit, Dynamik). Der Vielfalt sind hier keine Grenzen gesetzt.

Als Kampfgericht fungieren z.B. die Trainer, einzelne Teilnehmer oder aber auch alle anderen Teilnehmer, die als gemeinsames Kampfgericht durch ein einfaches Handzeichen entscheiden.

Das Gewinnerteam erhält einen Punkt, während die Verlierer leider leer ausgehen müssen.

Im Anhang gibt es eine einfache Turnierliste. Anhand dieser können Sie jeder Zeit einen kurzen Wettbewerb „Jeder gegen Jeden“ durchführen.

Wie integriere ich den Vergleichskampf methodisch sinnvoll in eine Trainingseinheit

Hauptbestandteil der meisten Trainingseinheiten ist das Erlernen von Techniken, sowie das Üben und Wiederholen dieser Techniken in Technikkombinationen.

Somit dient der Vergleichskampf als Motivation und Leistungsansporn für den Ju-Jutsu Schüler. Denn weiß der Schüler, dass am Ende der Trainingseinheit ein Vergleichskampf statt findet, so muss er sich das Training über mehr Ehrgeiz und Lernbereitschaft zeigen um den Wettbewerb zu gewinnen. Hier spielt der Ehrgeiz des Kindes aber auch der Ansporn des Trainers und der Gruppe eine große Rolle.

Nach dem „Kampf“ ist auch hier vor dem „Kampf“, denn der Schüler erhält durch diesen Wettbewerb ein Feedback bezüglich seiner Leistungen und ist so in der Lage, seine Fehler zu korrigieren und seine Leistung zu verbessern.

Hier liegt auch ein großer Vorteil für den Trainer. Anhand der Leistung kann der Trainer reflektieren, ob sich die Techniken verbessert haben und wo noch Schwachstellen in den kommenden Einheiten korrigiert werden müssen.

So bietet der Vergleichskampf einen lehrreichen Trainingsschluss mit viel Action und einem besseren Feedback für die erbrachte Leistung des Schülers, als auch für den vermittelten Trainingsinhalt des Trainers.

Vergleichskampf als Prüfungsvorbereitung

Wer kennt den Moment nicht, die Prüfung beginnt und die Nerven liegen blank. Grund dafür: „Da sind so viele Zuschauer und alle schauen ganz genau zu...“. Und dazu muss auch noch alles perfekt gezeigt werden, damit die Prüfer und Trainer zufrieden sind.

Hier bietet der Vergleichskampf den Teilnehmern die Möglichkeit, sich auf die Prüfungssituation vorzubereiten. Durch den Vergleichskampf gewöhnen sich die Prüflinge an die Situation „im Mittelpunkt stehen“, das bewertet werden und die Technik unter Druck so gut als möglich zu präsentieren ohne dabei die Nerven zu verlieren.

Welche Möglichkeiten gibt es den Vergleichskampf in eine Kinderprüfung zu integrieren

In unserer Prüfungsordnung ist festgelegt, dass eine Kinderprüfung in kindgerechter Form zu gestalten und durchzuführen ist. Hier wurde ein Freiraum geschaffen, der auch für den Vergleichskampf eine Möglichkeit bietet.

Neben den geforderten Bewegungsformen, der Fallschule und den freien Anwendungsformen können die Technikkombination innerhalb eines Vergleiches demonstriert und durch den Prüfer bewertet werden. So können zum Abschluss der Prüfung die besten Techniker gekürt werden.

 

Der Vergleichskampf als Vereins-Highlight

Wie wichtig es ist verschiedene Highlights im Vereinsjahr zu setzen, ist uns allen bekannt. Und wie schön es ist, eine Medaille zu gewinnen und die Anerkennung der anderen Teilnehmer zu bekommen wissen wir auch.

Ein Vergleichsturnier im Verein kann in sehr kurzer Zeit durchgeführt werden und erfordert somit auch wenig Planungsaufwand. So kann dies innerhalb einer Trainingseinheit oder auch beispielhaft an einem Samstagvormittag durchgeführt werden. Dafür können auch die Wettkampflisten im Anhang genutzt werden.

So ein Turnier ist für die Kinder besonders schön, wenn auch die Eltern eingeladen werden und ihre Schützlinge anfeuern können.

Vergleichskampf mit und gegen Nachbarvereine

Um das Ganze noch zu steigern, gibt es die Möglichkeit so ein Vergleichsturnier mit einem Nachbarverein durchzuführen. So können sich die Kinder mit fremden Kindern messen und werden langsam und mit viel Spaß zum Wettkampf hingeführt.

Download der Turnierliste

Viel Spaß beim Testen und Ausprobieren wünscht Euch

Matthias Huber
(Bundesjugendlehrteam des DJJV)